Von Hand gebraut: Craft Beer

Von Hand gebraut: CRAFT BEER

Allerorts spriessen sie aus dem Boden; Kleinstbrauereien, auch „Microbreweries” genannt, die alte Bierrezepturen wiederbeleben und neue Schmackhafte Kompositionen erfinden wollen. Mit extra viel Liebe und handwerklichem Geschick zaubern passionierte Braumeister ganz besondere Biervarianten, die unbedingt probiert werden wollen.

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Eine Brauerei in der heimischen Garage eröffnen? Es gibt sicherlich so manchen Bierenthusiasten, der davon schon mal geträumt hat. Träume sind (Bier-)Schäume, dachte sich hingegen ein cleverer britischer Braumeister namens Paul Smith, der seinen Autoabstellplatz tatsächlich zur kleinsten Microbrewery der Welt umfunktionierte.

Mit dieser Einstellung steht er nicht alleine da – seit dem Fall der strengen Braubestimmungen in den USA der 1970er-Jahre erobern immer mehr unabhängige Brauereien den Markt, die keine Lust mehr haben, sich dem Diktat großer Konzerne und strikter Richtlinien zu unterwerfen.

Zurück zu den Wurzeln

Lange Zeit ging es beim Thema Bier allzu uniform zu. Das deutsche Reinheitsgebot von 1516 stellte sicher, dass keine bösen Zutaten ins stärkende Gebräu gelangten. Im Mittelalter wurden nämlich gern Substanzen untergemischt, die für den Durstigen nicht unbedingt gesundheitsfördernd waren.

Heutzutage regeln Lebensmittelgesetze diese unschönen Begleiterscheinungen, und wahre Bierfreunde sehnen sich wieder nach alten Bierstilen und abwechslungsreichen Geschmacksrichtungen. Das Brauen soll wieder das werden, was es einmal war: eine Handwerkskunst. Dabei setzen die neuen „Craft Brewer“ auf reinste Handarbeit und hochwertige Rohstoffe – schließlich ist es ihr eigenes Produkt, eine sorgfältig konzipierte Sorte, hinter der sie voll und ganz stehen.

Von malzig bis fruchtig

Vor allem in Portland an der nordamerikanischen Westküste haben sich unzählige Kleinstbrauereien etabliert, doch der Trend zum „Craft Beer“ ist längst ein internationales Phänomen. Die Strömung stammt zwar ursprünglich aus den USA, erstreckt sich aber mittlerweile auch über England, Skandinavien, Belgien, Spanien und sogar Südafrika. Auch in Deutschland blüht das Geschäft mit den brandneuen Handwerksbieren gerade auf.

Entscheidend für das Merkmal „Mikrobrauerei“ ist in den USA, dass die Bierproduktion sechs Millionen Hektoliter nicht übersteigen darf. Außerdem, und das ist das Besondere, müssen die kleinen Braubetriebe unabhängig von Großkonzernen sein. In Deutschland fehlen solche Richtlinien derzeit zwar noch, dennoch etabliert sich unser geliebter Gerstensaft auch bei uns wieder als Handwerksgut und entfernt sich von schnöder Massenware.

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Die neuen Brauereien, so wie das in Bonn ansässige „AleMania“, spezialisieren sich auf die verschiedensten Varianten, unter ihnen obergärige Pale Ales, tiefdunkle Porter oder würzige Stouts. Vor allem IPAs (Indian Pale Ales) erleben zurzeit eine Renaissance in der amerikanischer „Craft-Brauer“-Szene – hier werden sie mit aromastarken Hopfensorten hergestellt und erhalten so spritzige Zitrusaromen, Kräuterund Wiesenaromen oder sogar tropische Noten.

Jeder Braumeister hat seine ganz eigenen Interpretationen und Ideen, die sich in seinen Bier-Kreationen widerspiegeln. Andreas Seufert von PAX BRÄU beispielsweise setzt auf bauchfüllende Hefeweiß- und Vollbiere, die er auch gerne mal mit regionalem Honig oder Süßholzwurzeln abrundet. Es entstehen einzigartige Sorten, die vielleicht nicht billig, dafür  aber ganz sicher außergewöhnlich und hochwertig sind. Echte Handarbeit mit  Liebe zum Produkt hat eben ihren Preis.
Wohl bekomm’s!

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