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Das kleine Lebkuchen 1×1

DAS KLEINE LEBKUCHEN 1×1

Printen, Dominosteine und Nürnberger Lebkuchen gehören zu Weihnachten einfach dazu. Aber wisst ihr, wo der größte Lebkuchen der Welt hergestellt wurde oder wer eigentlich die Dominosteine erfunden hat? Wir verraten es euch!

1. Ein eigenes HandwerkSterne

Die Herstellung von Lebkuchen hat eine lange Tradition: Schon um 350 v. Chr. tauchten die gewürzten Honigkuchen in Schriften auf. Früher gab es für die Hersteller von Lebkuchen sogar ein eigenes Handwerk: Die Lebzelter, auch Lebküchler und Lebküchner genannt, waren im Gegensatz zu den übrigen Bäckern ausschließlich auf die Produktion von leckeren Lebkuchen spezialisiert.

2. -erlei

Es gibt viele schmackhafte Lebkuchenprodukte, aber nur zwei Lebkuchenarten: Braune Lebkuchen backt man aus knetbaren Teigen mit hohem Mehlanteil. Hierzu zählen Pfeffernüsse, Spitzkuchen, Printen, viele Formgebäcke wie Lebkuchenherzen und dergleichen. Oblatenlebkuchen werden hingegen aus einer weichen, mehlarmen oder sogar mehlfreien Masse hergestellt, die auf Oblaten gespritzt wird – sie sind also enge Verwandte der Makronen.

3. Was fürs Herz

Lebkuchenherzen kennt jeder – der Oberbegriff Gebildebrot ist dagegen eher nicht geläufig. Sinn- oder Bildergebäck sind weitere Namen für diese Art der Lebkuchen. Früher wurde die herzige Leckerei vor allem zu traditionellen oder religiösen Anlässen hergestellt und verzehrt. Heute findet man Lebkuchenherzen nicht nur während der Weihnachtszeit, sondern ganzjährig auf Volksfesten und Jahrmärkten.

4. Hot Spot der Lebkuchen

Das älteste schriftliche Rezept für Nürnberger Lebkuchen stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es befindet sich – wie könnte es anders sein – im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Noch heute ist Nürnberg übrigens die Hochburg der Lebkuchenherstellung.Rentier

5. Und wer hat’s erfunden?

Wer findet sie nicht zum Anbeißen: mit Schokolade überzogene Dominosteine, die gefüllt sind mit süßen Schichten aus braunem Lebkuchen, Fruchtgelee und Marzipan. Erfunden wurde die Leckerei 1936 vom Dresdner Chocolatier Herbert Wendler. Dieser erfand die Schichtpraline als günstigere Alternative zu seinen Pralinen. Vor allem in der Lebensmittelknappheit während des Zweiten Weltkrieges wurde die Notpraline, wie die Dominosteine damals genannt wurden, populär.

6. Ab in die Soße!

Soßen und Lebkuchen passen nicht zusammen? Und ob – und zwar bei dunkler Soße! Zur Verfeinerung und Bindung dunkler Soßen wird nämlich der Soßenkuchen, ein schwach gesüßter, einfacher Lebkuchen, eingesetzt. Einfach den Soßenkuchen fein schneiden, in Wasser, Milch oder Sahne einweichen und dann in der Soße mitkochen.

7. Klasse Masse

Der Grundteig für Lebkuchen besteht aus zwei Hauptzutaten: Mehl und Honig. Verfeinert wird die Masse dann mit Nüssen, Orangeat, Zitronat oder auch Schokolade. Das Geheimnis des Geschmacks liegt aber bei den Gewürzen: Anis, Ingwer, Kardamom, Zimt, Nelken und Co. sorgen für den kräftigen und würzigen Geschmack, den wir bei Lebkuchen so lieben!

8. Ortsverbunden

Die Lebkuchenherstellung ist sehr oft regional geprägt, was man aus den geschützten Herkunftsbezeichnungen für regionale Lebkuchenspezialitäten schließen kann. Und das ist auch gut so: Denn ohne die Aachener Printen, die Nürnberger Lebkuchen oder Pulsnitzer Pfefferkuchen wäre die Weihnachtszeit doch nur halb so schön.

9. Locker bleibenLebkuchenMann

Die chemische Lockerung hat bei der Herstellung von Lebkuchen Tradition. Zu den klassischen Lockerungs- bzw. Triebmitteln gehören Pottasche und Hirschhornsalz. Wer jetzt nur Bahnhof versteht: Unter Pottasche versteht man Kaliumcarbonat. Hirschhornsalz besteht hingegen hauptsächlich aus Ammoniumhydrogencarbonat.

10. Kampfgewicht

Der größte Lebkuchen der Welt wurde am 5. Dezember 2003 in Esslingen am Neckar hergestellt: eine Nikolausfigur, die zehn Meter lang und vier Meter breit war. Mit Zuckerguss und Marzipan verziert, wog die Lebkuchenfigur über 650 Kilogramm!