Kulinarische Integration

Wie man Flüchtlinge und Einheimische zusammenbringt? Ganz einfach: durch Kochkurse! Denn Essen und Kochen spielt in jeder Kultur eine Rolle. Das Projekt „Über den Tellerrand kochen“ zeigt, wie es geht.

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Eine Plattform für Flüchtlinge und Einheimische schaffen, auf der sie sich auf Augenhöhe begegnen können – das ist das Motto des in Berlin gegründeten Projektes „Über den Tellerrand kochen“. Und wie könnte das besser gehen als über das Essen und Kochen? Das dachten sich auch vier Studierende, die 2013 das Projekt gründeten. Ausgangspunkt war seinerzeit das umstrittene Flüchtlingscamp am Oranienplatz in Berlin. Die Studierenden gingen damals zum Flüchtlingscamp und in Flüchtlingsheime, um mit Flüchtlingen zu kochen. Aus dieser Idee, die im Rahmen eines Gründungswettbewerbs der Freien Universität Berlin entstand, sind mittlerweile zwei Kochbücher, ein Verein sowie eine große, vernetzte Community aus Einheimischen und Flüchtlingen entstanden.

UberdenTellerrandkochenNeutraler Ort für Begegnungen
Seit 2014 werden auch in regelmäßigen Abständen Kochkurse angeboten. „Viele Menschen haben Hemmungen, zum Kochen in Flüchtlingsheime oder zu jemandem nach Hause zu gehen. Wir wollten daher einen neutralen Ort bieten, an dem Flüchtlinge und Einheimische sich kennenlernen und gemeinsam kochen können“, erzählt Lisa Thaenes, die neben fünf anderen festen Mitarbeitern für das Projekt zuständig ist. Seit Ende 2015 ist dieser Ort der Kitchen Hub in Schöneberg. Und hier wird gebacken, gebrutzelt und probiert, was das Zeug hält. Geleitet werden die Kurse von Flüchtlingen, die ein Menü aus ihrem Herkunftsland vorstellen, welches dann anschließend gemeinsam mit der Gruppe zubereitet und verkostet wird.

Community-Treffen
„Das Publikum der Kochkurse ist von Alter und Gesellschaftsschicht her bunt gemischt“, berichtet Thaenes. „Von jungen Studierenden über Rentner hin zu Nachbarn aus dem Kiez ist hier alles dabei.“ Im Kitchen Hub finden zudem Lesungen und Workshops wie beispielsweise Yoga statt. Bei den großen Community-Treffen stehen ebenfalls gemeinsame Aktivitäten wie Basteln, Sporteln oder Ausflüge aufs Land auf dem Programm. Auch in anderen deutschen Städten hat sich mittlerweile eine „Über den Tellerrand“-Community gebildet. Bei der Gründung eines „Über den Tellerrand“-Ablegers steht das Berliner Team Interessierten übrigens mit Rat und Tat zur Seite.

Mehr Infos gibt es unter www.ueberdentellerrandkochen.de

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