Darf es noch etwas weniger sein?

Craftbier

Langsam, aber stetig entwickelt der Trend sich hin zum Frei-Bier. Damit ist kein gratis Bier gemeint, sondern die alkoholfreie Variante eines Bieres. Inzwischen gibt es Brauereien, die sich ausschließlich auf alkoholfreies Craft Beer konzentrieren und beweisen, dass bei gleichem Geschmack kein Alkohol benötigt wird. Auch klassische Brauereien haben den Trend erkannt, die Auswahl wächst täglich und findet großen Anklang bei Bier-Fans.

Zu einem guten Bier kann ich häufig schlecht Nein sagen. Die Craft Beer Bewegung vor einigen Jahren war mir höchst willkommen und der schnöde Biergenuss hat sich zu einer Trinkkultur entwickelt, die abwechslungsreich ist und nicht dem übertriebenen Alkoholkonsum frönt. Aber auch ein gutes Craft Beer, meistens das Letzte an einem feuchtfröhlichen Abend, bringt mich ab und an dazu, am nächsten Morgen einer Kopfschmerztablette dabei zuzusehen, wie sie sich langsam im Wasser auflöst.

Vor kurzem Stand der Geburtstag einer Freundin an und nachdem alle Gäste eingetroffen waren, verkündete sie, wir würden jetzt ein großes Bier-Quiz veranstalten. Bei dem Anblick von 15 Bierflaschen, deren Etiketten feinsäuberlich abgeklebt waren, wanderten meine Gedanken kurz zur letzten Kopfschmerztablette. Ich konnte keines der Biere erraten, fand sie aber alle wirklich gut. Was mich zusätzlich irritierte, ich hatte sehr viel durcheinander probiert, aber ich war nüchtern. Meine Freundin deckte die Etiketten auf, sah mein Gesicht und begann zu lachen. Allesamt alkoholfrei. Natürlich kannte ich alkoholfreies Bier, es ist lecker, hatte für mich aber bisher nur im weitesten Sinne mit „echtem“ Biergeschmack zu tun. Da stand ich nun, völlig euphorisch über diese Entdeckung der neuen alkoholfreien Craft Beer Varianten. Ich nahm mir noch ein Gläschen, lächelte und richtete einen stillen Gruß an die Brauereien, die eine für mich ganz neue und wunderbare Art der Trinkkultur eröffnen. Prost.

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